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Woman in a purple alpaca dress in a sunny meadow

Nachhaltigkeitsbericht

Herausgegeben von Alpa. Deutsche Ausgabe, Oktober 2026.

Willkommen zum Nachhaltigkeitsbericht von Alpa

Die Bekleidungsbranche ist im Umbruch. Fast Fashion, Preiswettbewerb und immer neue Trendzyklen geben die Richtung für die gesamte Branche vor. Wir haben uns bewusst für einen anderen Weg entschieden. Unser Unternehmen baut auf Zeitlosigkeit, Qualität und Langlebigkeit, als Gegenentwurf zum schnellen Wechsel und zur Wegwerfkultur der Branche.

Die Strategie von Alpa beruht auf Spezialisierung: auf ein einziges Material, Alpakawolle, und auf Produkte, die über Jahre getragen werden sollen.

Wir laufen keinen Modetrends hinterher. Stattdessen möchten wir eine Alternative zu Fast Fashion bieten und Nachfrage nach langlebigen Produkten schaffen.

Auch mit unserem Geschäftsmodell schwimmt Alpa gegen den Strom. Während sich viele Unternehmen aus dem stationären Handel zurückziehen und auf schnelle Onlineverkäufe setzen, investiert Alpa in eigene Geschäfte und in den langfristigen Aufbau der Marke. Unsere Entscheidungen beruhen auf der Überzeugung, dass sich die Werte der Verbraucherinnen und Verbraucher hin zu nachhaltigerem Konsum und überlegteren Käufen verschieben.

Die Geschichte von Alpa steht für einen größeren Wandel: Auch wenn es der Branche insgesamt schwerfällt, Rentabilität und Nachhaltigkeit zu vereinen, lässt sich ein wachsendes Unternehmen auf Qualität, Transparenz und langlebigen Produkten aufbauen. In diesem Bericht zeigen wir, wie dieser Ansatz in der Praxis in allen Bereichen von Alpa und entlang der Wertschöpfungskette umgesetzt wird.

Wir berichten nun seit fünf Jahren über unsere Nachhaltigkeit, und das von Jahr zu Jahr ausführlicher. In diesem Jahr haben wir kritisch geprüft, welche Kennzahlen unsere Arbeit tatsächlich steuern und welche leicht nur um des Messens willen erhoben werden. Wir möchten uns auf das Praktische konzentrieren und auf die Bereiche, in denen wir wirklich etwas bewirken können, und darüber verständlich berichten.

Deshalb haben wir unsere Berechnungen vereinfacht und nutzen nur noch den CO₂-Rechner der Initiative Carbon Neutral Textile Industry 2035. Früher haben wir daneben mehrere andere Rechner verwendet. Unsere Berechnungen basieren weiterhin auf dem GHG Protocol, dem weltweit am häufigsten verwendeten Standard zur Ermittlung des CO₂-Fußabdrucks. Bitte beachte, dass die Gesamtemissionen nicht direkt mit den Vorjahren vergleichbar sind, da sich die Berechnungsmethode jedes Jahr in verschiedener Hinsicht weiterentwickelt hat. Detailliertere Informationen zu den Berechnungen und den zugrunde liegenden Daten stellen wir auf Anfrage gern zur Verfügung, zum Beispiel Journalistinnen und Journalisten oder Organisationen.

Bei Fragen kannst du dich jederzeit gern an uns wenden.

Viel Freude beim Lesen.

Inhalt

Alpa store and headquarters in Jyväskylä, Finland

1. Alpa

Alpa ist ein 2012 in Jyväskylä, Finnland, gegründetes Textil- und Bekleidungsunternehmen, das Strickwaren aus Alpakawolle herstellt. Unser Ziel ist einfach: Strickwaren in höchster Qualität zu machen, Kleidung, die sowohl im Gebrauch als auch stilistisch die Zeit überdauert.

Wir entwerfen vielseitige, hochwertige Strickwaren, die das ganze Jahr über im Alltag und zu besonderen Anlässen passen. Wir möchten Kleidung machen, auf die du dich verlassen kannst: angenehm zu tragen, strapazierfähig und auch nach Jahren noch gut in Form.

Unsere Modelle bleiben oft über Jahre in der Kollektion, und wir entwickeln sie weiter, zum Beispiel bei Farben und Details.

Ethik, Ökologie und Transparenz leiten alles, was wir tun. Wir gehen offen mit unserer Produktion und unserer Arbeitsweise um, stehen für die Qualität unserer Produkte ein und bieten Pflege und Reparaturen über ihren gesamten Lebenszyklus an. Erreicht ein Produkt das Ende seiner Nutzung, helfen wir auch beim Recycling.

Wir sind überzeugt, dass ein hochwertiges, langlebiges Kleidungsstück oft die bessere Wahl ist, für die Umwelt und für deinen Geldbeutel. Deshalb legen wir auch offen, wie sich die Preise unserer Produkte zusammensetzen.

Unsere Kundinnen und Kunden sind uns wichtig. Worüber du auch mit uns sprechen möchtest, wir hören dir gern zu.

1.1. Alpa auf einen Blick

Unternehmen

Umwelt

Verantwortung

Off-white alpaca wool knit lying on dry grass

2. Der Lebenszyklus eines Strickteils

Alpa wirkt der Wegwerfkultur und Fast Fashion aktiv entgegen, indem wir langlebige, zeitlose Strickwaren herstellen.

Unser Ziel ist, dass jedes Produkt über Jahre getragen wird und sich bei Bedarf reparieren lässt.

Was wir konkret tun:

  • Auf Langlebigkeit ausgelegtes Design
  • Hochwertige Materialien
  • Verantwortungsvolle Produktion
  • Pflegetipps
  • Reparaturservice
  • Rückkauf

2.1. Lebenszyklus-Services von Alpa

Display in an Alpa store

2.2. Pflege von Strickwaren

Ein erheblicher Teil der Umweltwirkung von Kleidung entsteht während ihres Lebenszyklus, also während das Produkt in den Händen der Verbraucherinnen und Verbraucher ist. Laut dem finnischen Textil- und Modeverband (Finnish Textile and Fashion) „haben Materialentwicklung, effiziente Waschverfahren und die Aufklärung der Verbraucher über die richtige Pflege von Kleidung, insbesondere über Waschtemperaturen, erheblichen Einfluss auf die Umweltwirkung von Textilien“ (2016). Das entbindet die Hersteller natürlich nicht von ihrer Verantwortung. Dennoch hat die Pflege eines Strickteils direkten Einfluss darauf, wie oft neue Strickteile gekauft werden müssen.

Umweltwirkungen während der Nutzung entstehen zum Beispiel durch das Waschen und bei synthetischer Kleidung durch Mikroplastik, das in Gewässer gelangt. Haltbarkeit und Lebensdauer eines Kleidungsstücks lassen sich durch Materialwahl, Design und Produktion beeinflussen, aber auch durch die Gewohnheiten der Trägerin oder des Trägers. Wird ein Kleidungsstück falsch oder übermäßig beansprucht, nutzt es sich schneller ab und braucht früher oder später Pflege oder eine Reparatur.

Strickwaren aus Alpakawolle sollten in erster Linie gelüftet statt gewaschen werden, Flecken entfernt man punktuell. Muss das ganze Strickteil gewaschen werden, empfiehlt sich Handwäsche in kühlem Wasser. Da selten gewaschen werden muss, bleiben die Umweltbelastung und der Verschleiß durch die Nutzung gering.

Uns ist wichtig, Kleidung als wertvoll und langlebig zu behandeln, nicht als Wegwerfware. Wer auf unnötiges Waschen verzichtet, die Pflegehinweise befolgt, die richtigen Pflege- und Reparaturmethoden nutzt sowie recycelt und wiederverwendet, kann die Umweltwirkung eines einzelnen Kleidungsstücks deutlich senken.

Ein verantwortungsvoller Umgang mit einem Kleidungsstück und seine richtige Pflege verringern seine Umweltwirkung. Unsere Empfehlungen für Strickwaren aus Alpakawolle findest du im nächsten Abschnitt.

2.3. Checkliste für verantwortungsvollen Konsum

Beim Kauf eines Strickteils:
  • Zeitloser, vielseitiger Stil

    Wähle Kleidung, die Modetrends überdauert.

  • Eine Lieferung

    Wenn du online bestellst, fasse deine Produkte möglichst in einer Lieferung zusammen.

  • Bewusste Wahl der Zustellung

    Hol deine Bestellung zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln an einer Abholstelle ab und bring deine eigene Tasche mit.

  • Rücksendungen auf ein Minimum beschränken

    Nutze Größentabelle, Produktfotos und Bewertungen, um gleich beim ersten Mal die richtige Größe zu wählen.

  • Ungefärbte oder helle statt dunkle Farben

    Helle Farben schonen die Fasern. Je dunkler die Farbe, desto länger die Färbezeit und desto stärker die Chemikalien.

  • Dicht gestrickte Modelle

    Wähle ein dicht gestricktes Modell, es neigt weniger zu Pilling als ein lockerer Strick. So braucht dein Strickteil möglichst selten Pflege.

Verantwortungsvolle Konsumgewohnheiten tragen direkt dazu bei, den CO₂-Fußabdruck der Textilindustrie zu senken und Kleidung länger tragbar zu halten.

Beim Tragen eines Strickteils:
  • Lüften und punktuell reinigen

    Meist ist es besser, ein Strickteil zu lüften, als es zu waschen. Kleine Flecken und den Achselbereich kannst du punktuell reinigen.

  • Bei Bedarf Handwäsche in kühlem Wasser

    Wer unnötiges Waschen vermeidet, spart Wasser und Waschmittel und schont das Material. Muss das ganze Strickteil gewaschen werden, wasche es von Hand in kühlem Wasser und bewege es dabei sanft.

  • Kleidung wertschätzen und länger tragen

    Richtige Pflege, Reparaturen und ein sorgsamer Umgang verlängern die Lebensdauer eines Kleidungsstücks.

  • Trag dein Strickteil

    Je öfter du dein Strickteil trägst, desto geringer ist seine Umweltwirkung pro Tragen.

  • Recyceln und wiederverwenden

    Wiederverwendung und Recycling helfen, die Materialien und Ressourcen eines Produkts so lange wie möglich im Kreislauf zu halten.

3. Materialien

Für unsere Strickwaren verwenden wir ausschließlich hochwertige Naturfasern, da sie die bessere Wahl für Mensch und Umwelt sind. Naturfasern sind angenehm zu tragen, außerdem biologisch abbaubar und leichter zu recyceln als Fasermischungen mit Kunststoffanteil.

Rund 96 % des von Alpa verwendeten Garns sind Alpakawolle und 4 % Seide.

Alpaca standing between small spruce trees

3.1. Das Alpaka

Weltweit gibt es verhältnismäßig wenige Alpakas, schätzungsweise etwas über 6 Millionen, in Finnland schätzungsweise etwas über 1.300 (Finnischer Alpaka- und Lamaverband). Über 85 % der Alpakas weltweit grasen hoch oben in den Anden Perus, in mehreren Tausend Metern Höhe. Alpakas werden nicht in Massentierhaltung gehalten, und sie tragen jeweils nur ein Junges aus, das Cria genannt wird, bis zu 11 Monate lang.

Infolge der Zucht müssen Alpakas etwa alle 12 Monate geschoren werden, da ihr Vlies sonst zu dicht wird. Ein Alpaka liefert rund 2–3 Kilo Wolle pro Jahr. Die von Alpa verwendete Wolle stammt von der häufigeren Rasse Huacaya. Über Jahrtausende hat sich Alpakawolle an ein wechselndes Klima angepasst, was ihre ausgezeichneten temperaturausgleichenden Eigenschaften erklärt (The History of the Alpaca, Michell).

Alpakas sind seit Langem kulturell geschätzte Tiere, und ihre Wolle war einst dem Königshaus vorbehalten. Heute sind Alpakas eine wichtige Einkommensquelle für die lokalen Gemeinschaften, denn ihre Wolle ist wertvoll. Die Schur nimmt nur einen kleinen Teil des Jahres in Anspruch, und das lange Leben und der Wert des Alpakas fördern einen guten Umgang mit dem Tier. Dasselbe gilt für hochwertige Kleidung: Ein wertvolles und langlebiges Produkt wird mehr gepflegt und geschätzt als billige Fast Fashion.

Was unterscheidet Alpakas von Ziegen und Schafen?
  • Haltung

    Alpakas leben halbwild und werden nicht in Massentierhaltung gehalten. Sie kommen gut mit dem Futter aus, das sie in der Natur finden.

  • Weniger Emissionen

    Anders als Schafe und Ziegen sind Alpakas keine Wiederkäuer und produzieren daher deutlich weniger Methan.

  • Bodenschonend

    Die weichen, gepolsterten Füße der Alpakas verdichten den Boden nicht, und anders als Schafe und Ziegen fressen sie Pflanzen nicht bis zur Wurzel ab. Der Dung von Alpakas kann direkt als Bodendünger verwendet werden.

  • Kein Mulesing

    Alpakas brauchen kein Mulesing. Das ist ein wichtiger Unterschied zu Schafen, bei denen diese schmerzhafte Praxis in einigen Ländern noch angewendet wird.

3.2. Alpakawolle

Alpakawolle ist ein warmes, strapazierfähiges und schmutzabweisendes Material mit langem Lebenszyklus.

Alpakawolle ist selten und teuer, deshalb ist es wichtig, Abfall so gering wie möglich zu halten. Unsere gängigsten Qualitäten sind „Fine Special“ für Strickteile, die viel aushalten müssen, Baby-Alpaka für glatte, feste Strickteile und Premium-Baby-Alpaka für sehr feine Produkte.

Langlebigkeit und schöne Optik

Alpakawolle fühlt sich glatt und angenehm auf der Haut an. Die Wolle selbst und ihr schöner Glanz bleiben lange in sehr gutem Zustand. Wie weich die Wolle ist, hängt von der Strickart und der Wollqualität ab, doch beim Tragen wird das Material immer angenehmer. Ein glatter Strick fühlt sich weicher an, und die Unterwolle des Alpakas, Baby-Alpaka, ist besonders weich. Mit der Zeit werden aber alle Strickteile aus Alpakawolle beim Tragen weicher.

Selten waschen

Alpakawolle leitet Feuchtigkeit ab und hält die Haut auch beim Schwitzen trocken. Die Feuchtigkeit bleibt nicht klamm im Kleidungsstück, da das Material sie schnell nach außen abgibt. Deshalb eignet sich Alpakawolle auch sehr gut für leichte sportliche Aktivitäten. Selbst nach dem Schwitzen muss das Strickteil nicht oft gewaschen werden, denn die Wolle nimmt Gerüche kaum an und reicht dank ihrer natürlichen Eigenschaften meist zum Auslüften.

Sehr gute Temperaturregulierung

Alpakawolle hat besondere temperaturausgleichende Eigenschaften: Sie kühlt bei Wärme und wärmt bei Kälte. Das macht Alpakawolle zu einem idealen Material für den finnischen Sommer und Winter.

Von Natur aus sicher

Alpakawolle ist von Natur aus schwer entflammbar und selbstverlöschend. Sie muss nicht mit Chemikalien wie Flammschutz- oder Antischimmelmitteln behandelt werden und gibt kein Mikroplastik ab. Anders als angebaute Textilfasern benötigt Alpakawolle keine Pestizide.

Was unterscheidet Alpakawolle von Merino und Kaschmir?
  • Neigt kaum zu Pilling

    Dank ihrer glatten, langen und wenig gekräuselten Faser neigt Alpakawolle kaum zu Pilling.

  • Leicht und warm

    Die hohle Faserstruktur macht Alpakawolle zu einem wärmeren und leichteren Material.

  • Wasserabweisend und schnell trocknend

    Alpakawolle weist Wasser besser ab und trocknet schneller.

  • Sehr hautfreundlich

    Alpakawolle enthält kein Lanolin (Wollfett) und ist daher auch für Menschen geeignet, die auf Schafwolle empfindlich reagieren.

  • Selten waschen

    Da Wollfett fehlt und die Faserstruktur glatt ist, bleibt Alpakawolle von Natur aus sauberer. Das senkt den Bedarf an Wasser und Chemikalien bei der Faserherstellung und im Gebrauch deutlich.

3.3. Seide

Unser Garnlieferant bezieht die Seide für unsere Garne aus China. Es handelt sich um Maulbeerseide aus konventioneller Herstellung. So hergestellte Seide hat eine gleichmäßigere Qualität und eine größere Faserlänge, was Haltbarkeit und Tragekomfort des Garns verbessert.

Die gesamte Seide unseres Garnlieferanten ist nach OEKO-TEX zertifiziert. Das bedeutet, dass die verschiedenen Produktionsschritte reguliert und jährlich überprüft werden und dass dabei keine für Mensch oder Umwelt schädlichen Chemikalien eingesetzt werden. Die Seide in unseren Garnen stammt aus der Region Shanghai, die eine lange Tradition in der Seidenherstellung hat. Abwasser aus der Produktion wird geklärt, bevor es in die Natur zurückgeleitet wird. Die Seide für unsere in Italien gewebten Seidentücher wird in der Region Zhenjiang hergestellt.

Wir verpflichten uns, dass in unseren Produkten keine Rohstoffe aus dem Uigurischen Autonomen Gebiet Xinjiang verwendet werden. Zwangsarbeit akzeptieren wir in keiner Stufe unserer Lieferkette.

Auch die Seidenherstellung verbraucht natürliche Ressourcen wie Wasser, Energie und Chemikalien. Die hohe Qualität und Langlebigkeit der Seide gleichen dies aus: Seide ist eine strapazierfähige und vollständig biologisch abbaubare Faser, die sich besonders angenehm auf der Haut anfühlt.

Model in a turquoise alpaca T-shirt holding raw alpaca fibre

3.4. Die Ethik tierischer Fasern

Die Verwendung tierischer Fasern wirft ethische Fragen auf, und keine Textilfaser ist völlig ohne Auswirkungen. Bei Alpa sind wir überzeugt, dass Nachhaltigkeit ganzheitlich bewertet werden sollte und nicht anhand einzelner Eigenschaften. Bei Alpakawolle sind die zentralen Fragen das Tierwohl, die Lebensgrundlage der lokalen Gemeinschaften, die Biodiversität, die Klimawirkung und die Lebensdauer des Produkts.

Betrachtet man den gesamten Lebenszyklus, können halbwild lebende Alpakas, die mit Respekt geschoren werden, in vielen Fällen eine ethische Wahl sein. Die Alpakawollproduktion ist eine wichtige Lebensgrundlage für die Gemeinschaften im Andenhochland, wo es nur wenige andere Einkommensquellen gibt. Außerdem nutzen Alpakas Flächen, die sich für den Anbau der meisten Kulturpflanzen nicht eignen.

Der Vergleich verschiedener Fasern ist allerdings nicht einfach. Der Baumwollanbau kann viel Wasser, Fläche und Pestizide erfordern, und wenn zum Beispiel Wälder für Felder gerodet werden, gehen die Lebensräume vieler Pflanzen- und Tierarten verloren. Synthetische Fasern wiederum basieren überwiegend auf fossilen Rohstoffen und können bei der Nutzung Mikroplastik an die Umwelt abgeben. Auch die Herstellung anderer tierischer Fasern bringt eigene Herausforderungen mit sich, etwa bei Weidehaltung, Tierwohl und Klimawirkung.

Deshalb lässt sich Nachhaltigkeit nicht allein daran beurteilen, ob eine Faser vom Tier stammt oder nicht. Entscheidend ist, wie der Rohstoff erzeugt wird, wie lange das fertige Produkt hält und wie oft es getragen wird. Ein langlebiges, reparierbares Kleidungsstück, das viel getragen wird, kann insgesamt die bessere Wahl für die Umwelt sein als ein Produkt, das schnell verschleißt oder nur kurz genutzt wird, unabhängig vom Material.

3.5. Komponenten

Reißverschlüsse

Schieber und Zipper aus nickelfreier Metalllegierung, Zähne aus Kunststoff. Das Reißverschlussband Natulon besteht aus recyceltem Polyester. Hergestellt in Taiwan.

Knöpfe

Die Knöpfe an Alpa-Produkten bestehen aus Metalllegierung, Papier oder Corozo und werden in Europa bezogen.

  • Corozo-Knöpfe (Steinnuss)

Hergestellt aus den Samen der Steinnusspalme (Tagua), die in den Regenwäldern Südamerikas wächst. Eine hochwertige und verantwortungsvolle Alternative zu Knöpfen aus Knochen oder Horn. Hergestellt in Tschechien.

  • Metallknöpfe

Zamak-Legierung. Zusammensetzung: 95 % Zink, 4 % Legierung, 1 % Kupfer. Hergestellt in Italien.

3.6. Produktionskosten von Fasern im Vergleich

Der Preis eines Strickteils setzt sich aus vielen Faktoren zusammen, und der Rohstoff ist einer der wichtigsten. Zwischen den Textilfasern gibt es große Unterschiede bei Produktionsmengen, Verfügbarkeit, Qualität und Marktpreisen.

Da das Preisniveau von Strickwaren manchmal Fragen aufwirft, möchten wir einen vereinfachten Überblick über die Märkte und Kostenstrukturen hinter den Textilfasern geben.

Der Vergleich zeigt die weltweiten Produktionsmengen verschiedener Fasern, das durchschnittliche Preisniveau der Rohfasern und das Lohnniveau in der Textilindustrie wichtiger Erzeugerländer. Ziel ist es zu erklären, warum sich die Kostenstrukturen verschiedener Materialien deutlich unterscheiden können.

Die Preise und Löhne in der Tabelle sind Richtwerte für die globalen Märkte 2024–2025. Sie schwanken ständig je nach Zeitpunkt, Marktlage, Qualität, Herkunftsland und weiteren Faktoren. Bitte beachte außerdem, dass die Löhne mit einem Währungsrechner in Euro umgerechnet wurden und sich auch die Wechselkurse ständig ändern.

Hinweis: Die angegebenen Faserpreise entsprechen dem Durchschnittspreis im wichtigsten Erzeugerland der jeweiligen Faser. Der Preis für Schafwolle basiert zudem speziell auf dem australischen Markt für Merinowolle, während die Produktionsmenge der weltweiten Schafwollproduktion entspricht.

Tabelle 1. Textilfasern: Produktionsmengen, Rohfaserpreise und Löhne
TextilfaserWeltweite JahresproduktionWichtigstes ErzeugerlandDurchschnittlicher Rohfaserpreis im wichtigsten Erzeugerland (€/kg)Durchschnittlicher Stundenlohn in der Textilindustrie im wichtigsten Erzeugerland
Alpaka6.200 tPeru23–40 €PEN 11
~2,77 €
Seide91.415 tChina23–35 €CNY 31,98
~4,05 €
Schafwolle1,98 Mio. tAustralien10–13 € (Merino)AUD 30,01
~18,48 €
Kaschmir25.611 tChina64–101 €CNY 31,98
~4,05 €
Mohair4.748 tSüdafrika18–32 €ZAR 83
~4,37 €
Baumwolle24,5 Mio. tChina1,7–2,2 €CNY 31,98
~4,05 €
Polyester77,7 Mio. tChina0,8–1,5 €CNY 31,98
~4,05 €
Acryl1,58 Mio. tChina2–3 €CNY 31,98
~4,05 €
Tabelle 2. Durchschnittliche Stundenlöhne in der Textilindustrie in den Produktionsländern der Alpa-Strickwaren

Zum Vergleich zeigt diese Tabelle auch die durchschnittlichen Stundenlöhne in der Textilindustrie der Länder, in denen Alpa Strickwaren produzieren lässt. In diesen Ländern werden keine Textilfasern erzeugt.

ProduktionslandDurchschnittlicher Stundenlohn in der Textilindustrie
Litauen8,09 €
Italien12,44 €
Finnland17,98 €

Die Löhne in der Tabelle sind Richtwerte für die durchschnittlichen Bruttolöhne von Beschäftigten in der Textilproduktion ausgewählter Erzeugerländer. Zum Vergleich mit den Faser-Erzeugerländern in Tabelle 1 zeigt Tabelle 2 die Durchschnittslöhne in den Ländern, in denen die Strickwaren von Alpa hergestellt werden. Bitte beachte, dass die Löhne in der Textilindustrie auch je nach Tätigkeit, Arbeitgeber und Marktlage sehr stark schwanken. Die verwendeten Quellen findest du am Ende des Berichts.

Die Tabellen veranschaulichen die erheblichen Unterschiede zwischen Textilfasern bei Produktionsmengen, Rohstoffpreisen und dem Lohnniveau in den Erzeugerländern. Synthetische Fasern, vor allem Polyester, dominieren die weltweite Textilfaserproduktion mit großem Abstand. Jedes Jahr wird fast 40-mal mehr Polyester produziert als Schafwolle insgesamt und über 12.000-mal mehr als Alpakafaser.

Beim Vergleich der Rohfaserpreise sind Kaschmir, Alpaka und Mohair die wertvollsten Materialien. Ihre begrenzte Verfügbarkeit, die langsamere Erzeugung und die Eigenschaften tierischer Naturfasern heben ihr Preisniveau gegenüber Massenfasern deutlich an. Die günstigsten Rohstoffe sind dagegen Polyester und Baumwolle, die weltweit in riesigen Mengen produziert werden.

Auch das Lohnniveau im Erzeugerland hat großen Einfluss auf die Herstellungskosten. Laut Tabelle ist die Textilherstellung in Peru und China am günstigsten, wo die durchschnittlichen Stundenlöhne in der Textilindustrie unter den verglichenen Ländern am niedrigsten sind. Das höchste Lohnniveau haben Finnland und Italien, was die Kosten von in Europa hergestellten Produkten zum Teil erhöht.

Der endgültige Verkaufspreis eines Kleidungsstücks hängt jedoch nicht allein vom Rohstoff oder vom Herstellungsland ab. Der Preis wird zum Beispiel auch von Produktdesign, Herstellungsverfahren, Produktionsmengen, Logistik, Reparierbarkeit, Wiederverkauf und den übrigen Betriebskosten des Unternehmens beeinflusst. Die Tabelle gibt einen Überblick über die Ausgangslage, aus der verschiedene Textilmaterialien und Produkte auf den Markt kommen.

4. Produktion

VESIKKO Herren-Rollkragenpullover aus Alpaka in Hellgrau

4.1. Produkte

Die Kollektionen von Alpa werden in Finnland entworfen, um länger als eine Saison zu bestehen, und der Bestand wird nach Bedarf aufgefüllt. Das ermöglicht einen schnellen Warenumschlag und wenig Überbestand. Überproduktion vermeiden wir durch sorgfältige Bedarfsplanung und die Herstellung in kleinen Serien.

Die Qualität sichern wir durch sorgfältige Tests. Neue Strickmodelle und Materialien werden vor der Produktion im Tragetest geprüft, und auf Reklamationen reagieren wir schnell. Fehlerhafte Produkte werden repariert, erstattet oder nach einer Pflege wieder in den Verkauf gegeben.

In den folgenden Abschnitten stellen wir dir unsere Partnerfabriken vor. Detailliertere Informationen zu den Herstellern geben wir auf Anfrage gern weiter, zum Beispiel an Journalistinnen und Journalisten oder Organisationen.

Strickwaren

Unsere Strickwaren werden in Litauen in drei Fabriken hergestellt, mit denen wir in ständigem Kontakt stehen. Die meisten Strickteile werden direkt in Form gestrickt, das verringert Materialabfälle. Überschüssiges Material aus der Produktion, etwa Prototypen und Strickreste, wird zur Weiterverarbeitung nach Finnland geschickt.

Strickwaren machen rund 98 % der von Alpa hergestellten Produkte aus, Mützen die übrigen 2 %. Schals gehören nicht zu unserer eigenen Produktion, wir kaufen sie bei unseren Partnern zu. Außerdem haben wir gerade begonnen, für einige Produkte Strickstoff in Finnland herzustellen, der wie unsere anderen Strickteile in Litauen konfektioniert wird.

FLAIR Seidentuch in Navy, im Haar einer Frau gebunden

Accessoires

Mützen machen rund 2 % der Gesamtproduktion von Alpa aus. Alle Mützen werden in Finnland hergestellt, in Tampere und in Mittelösterbotten. Alle Mützen bestehen aus 100 % Alpakawolle.

Schals stellt Alpa nicht selbst her, sondern kauft sie zu. Die meisten Schals werden in Peru gefertigt, ein kleiner Teil in Finnland und Italien. Die meisten Schals bestehen aus 100 % Alpakawolle, einige teilweise oder ganz aus Seide.

Handschuhe werden in Mittelösterbotten aus Garnresten von Alpa hergestellt. Dazu gehören Fäustlinge und Fingerhandschuhe aus 100 % Alpakawolle.

Pflegeprodukte

Waschmittel: Zum Waschen von Strickwaren und zum Entfernen von Flecken empfiehlt Alpa umweltschonende Marseiller Seife, hergestellt in Marseille, Frankreich.

Strickbürsten: Wir empfehlen, Strickwaren zu bürsten, um Pilling vorzubeugen und zu entfernen. Unsere Strickbürsten werden in Deutschland aus natürlichen Materialien hergestellt.

FSC-zertifizierte Zedernholzkugeln und -ringe: Sorgen für frische Luft im Kleiderschrank und schützen vor Textilschädlingen. Hergestellt in China.

Kleiderbügel: Wir verkaufen dieselben Bügel, die wir in unseren eigenen Geschäften verwenden. Hochwertige Bügel halten lange und helfen Strickteilen, ihre Form zu bewahren. Dank der Samtoberfläche bleiben Strickteile auch beim Lüften an ihrem Platz. Aus Holz, hergestellt in China.

Knitting machines and yarn cones at a partner factory

4.2. Fabriken


Zu den wichtigsten Stakeholdern von Alpa gehören unser Garnlieferant in Peru und unsere Produktionspartner in Finnland und Litauen. Bei der Wahl unserer Partner legen wir Wert auf langfristige Beziehungen, da sie unserer Überzeugung nach Vertrauen, Verantwortung und kontinuierliche Verbesserung fördern. Unser Ziel ist nicht der günstigste Lieferant, sondern zuverlässige und verantwortungsvolle Partner. Alpa besitzt keine eigenen Fabriken, und fast alle unsere Produkte werden in Ländern mit geringem Risiko hergestellt.

Strickproduktion und die litauischen Fabriken

Der Großteil der Strickproduktion von Alpa findet in Litauen in Zusammenarbeit mit drei litauischen Fabriken statt. Kriterien für die Auswahl der Fabriken waren hochwertige Arbeit, großes Fachwissen, das Wohlbefinden der Beschäftigten und eine gute Kommunikation.

Neben unserer finnischen Kontaktperson besuchen Mitarbeitende von Alpa regelmäßig die litauischen Fabriken, und wir stehen jede Woche mit ihnen in Kontakt.

Unsere größte Partnerfabrik ist nach ISO 14001, ISO 9001 und EMAS zertifiziert. Die Fabrik erzeugt einen Teil ihrer Energie mit eigenen Solarmodulen, und auch die übrige zugekaufte Energie ist emissionsfrei.

Außerdem ist unsere wichtigste Partnerfabrik in Finnland nach ISO 14001 und ISO 9001 zertifiziert. Die meisten unserer Strickfabriken arbeiten vollständig mit klimaneutraler Energie, alle zumindest teilweise.

Worker at the Michell spinning mill in Peru holding a sign that reads I made your yarn

Garnlieferant

Das Alpakagarn von Alpa stammt aus Peru, der Heimat der Alpakas.

Unser Garnlieferant ist ein Großhändler, der Wolle von kleinen und mittelgroßen lokalen Erzeugern kauft. Von diesen Erzeugern stammt die Alpakawolle, die Alpa verwendet. Wir haben unseren Garnlieferanten sorgfältig vor Ort ausgewählt, und die Suche nach dem richtigen Partner war ein langer Prozess. Deshalb möchte Alpa auch mit seinem Garnlieferanten eine langfristige Beziehung pflegen, und wir sprechen direkt mit ihm, ohne Zwischenhändler. Außerdem möchte Alpa seine Stellung als wichtiger Kunde stärken und so gemeinsam mit dem Lieferanten die Arbeitsbedingungen verbessern.

Michell y Cia S.A.

Mit Michell arbeiten wir seit 2012 zusammen, dem Gründungsjahr von Alpa. Michell ist einer der führenden Alpakawollproduzenten Perus und verfügt über jahrzehntelange Erfahrung in der Alpakazucht und der Verarbeitung von Alpakawolle. Michell wurde 1931 gegründet. Auf der Farm des Unternehmens leben mehr als 4.000 Alpakas auf 3.000 Hektar.

Unser Alpakagarn wird vollständig in Peru hergestellt, wo Michell das Garn auch sortiert, verarbeitet, spinnt und färbt.

Auf Michells eigener Alpakafarm steht das Tierwohl an erster Stelle: Die Scherer werden nach Stunden bezahlt, was ein sorgfältiges Scheren fördert, und Audits durch Dritte stellen einen ethischen Umgang mit den Tieren sicher. Die Farm ist nach USDA Organic, GOTS und EU-Bio zertifiziert.

Überschüsse aus der Garnproduktion werden recycelt, und der Garnlieferant verarbeitet einen Teil davon zu neuem Recyclinggarn. Recyclinggarn wird in der Kollektion von Alpa derzeit nicht verwendet. Recyclinggarn hat immer kürzere Fasern und ist daher nicht für jeden Einsatz so strapazierfähig wie neues Garn.

4.3. Produktsicherheit

Bei der Herstellung unserer Produkte werden keine als gefährlich eingestuften Chemikalien verwendet, und die Produktion entspricht dem EU-Chemikalienrecht.

Garnfärbung

Alpakawolle gibt es von Natur aus in vielen Farbtönen, doch die meisten gezüchteten Alpakas sind hell, da sich helle Wolle am besten als Grundlage für die Färbung eignet. Ungefärbte Varianten in anderen Farbtönen sind daher selten und teurer. Bisher war Naturweiß das einzige ungefärbte Garn in den Strickwaren von Alpa. Die Schals von Alpa gibt es in mehr ungefärbten Farben. Die Garne werden in Peru in der Fabrik von Michell mit synthetischen Farbstoffen gefärbt, die haltbare, leuchtende und vielseitige Farbtöne ergeben.

Alle ungefärbten und gefärbten Garne, die wir verwenden, sind frei von Schwermetallen und AZO-Chemikalien, nach OEKO-TEX zertifiziert und entsprechen außerdem der EU-Verordnung REACH.

Alle verwendeten Farbstoffe sind frei von Schwermetallen und AZO-Farbstoffen, REACH-konform und nach OEKO-TEX zertifiziert, enthalten also keine für Menschen schädlichen Chemikalien. Michell betreibt eine eigene Kläranlage, sodass Färbewasser nicht ungefiltert in die Natur gelangt. Die Alpakawolle wird mit einem GOTS-zertifizierten Waschmittel gewaschen, und das Garn wird mit GOTS-zertifiziertem Paraffin behandelt. Die von uns verwendete Wolle wird nicht mit dem Superwash-Verfahren behandelt oder beschichtet.

Alpaca yarn colour cards

5. Unser eigener Betrieb

5.1. Verpackungsmaterialien

Alpa-Produkte werden in zu 100 % recycelbaren und wiederverwendbaren Verpackungen verschickt, sodass auch umgetauschte und zurückgesendete Produkte wieder in den Kreislauf gelangen können.

Unsere wichtigsten Verpackungslieferanten sind die finnischen Unternehmen Pussikeskus Oy, Tojapak Ky und Cabassi Oy.

Rund 86 % unserer Verpackungsmaterialien stammen aus erneuerbaren oder recycelten Quellen. Dazu gehören zum Beispiel die Versandtaschen aus Papier unseres Onlineshops, die den Produkten beiliegenden Broschüren, Preisschilder, Umtausch- und Rücksendeformulare sowie die Papiertüten in unseren Geschäften und die Kartons in unserem Lager. Die einzigen nicht erneuerbaren und nicht recycelten Materialien sind die Plastikbeutel, in die die Produkte verpackt werden, und die Befestigungen der Preisschilder.

Jedes Alpa-Produkt wird für Transport und Lagerung einzeln in einer FSC-zertifizierten Papiertüte und bereits in der Fabrik in einer dünnen, leichten Kunststoffverpackung (PE-LD/LDPE) verpackt. Die Kunststoffverpackung schützt die Produkte bei Transport und Lagerung vor Nässe und Beschädigung und zum Beispiel vor Schädlingen, was unnötigen Abfall vermeidet.

Auch wenn Kunststoff Auswirkungen auf die Umwelt hat, ist sein Einsatz derzeit notwendig. Wir ermutigen unsere Kundinnen und Kunden, Kunststoffverpackungen richtig zu recyceln oder wiederzuverwenden, zum Beispiel als Müllbeutel, und so die Kreislaufwirtschaft für Kunststoffe zu unterstützen. Alpa ist sich der Umweltauswirkungen von Kunststoff bewusst, etwa durch Mikroplastik in Gewässern und die Emissionen bei der Kunststoffherstellung, und möchte den Anteil ökologischer Verpackungsmaterialien erhöhen, sobald bessere Alternativen verfügbar sind.

Garne und fertige Strickwaren kommen in Kartons bei uns an, die wir wiederverwenden, zum Beispiel für Lieferungen an unsere Geschäfte. Kartons, die nicht mehr verwendet werden können, werden fachgerecht recycelt.

5.2. Logistik

Unser Alpakagarn gelangt per See- oder Luftfracht in großen, seltenen Lieferungen von Peru nach Finnland, was die Umweltwirkung des Transports verringert. Unser Garnlager in Jyväskylä ermöglicht es, große Mengen auf einmal in Peru zu bestellen. Sowohl die Garne aus unserem Lager zu unseren Partnern als auch die fertigen Strickwaren zurück in unser Lager in Jyväskylä werden auf der Straße transportiert.

Unsere wichtigsten Transportpartner sind Posti, Matkahuolto, Jyväskylän Tavaralähetit, PostNord, DHL, GLS, HRX, FedEx und United Parcel Service.

Auf Luftfracht entfällt in der Regel der größte Teil der Transportemissionen, obwohl Garne überwiegend per Seefracht und fertige Strickwaren auf der Straße transportiert werden. Eine genauere Aufschlüsselung der Frachtemissionen findest du in Abschnitt 6.4.

Das Lager unseres Onlineshops befindet sich zusammen mit unserem Geschäft in Jyväskylä, logistisch zentral für den finnischen Markt. Außerdem werden unsere Produkte über unseren Onlineshop aktiv international verkauft.

Alpa bietet ein 30-tägiges Umtausch- und Rückgaberecht. Für Rücksendungen berechnen wir keine Gebühr, je nach Land können jedoch Kosten für den Rückversand anfallen. Zurückgesendete Produkte werden geprüft und zum vollen Preis wieder in den Verkauf gegeben. Rücksendungen verursachen zwar zusätzliche Versand- und Verpackungsemissionen, sind für die Umwelt aber besser als Produkte, die nie getragen werden. Um unnötige Bestellungen und Rücksendungen zu vermeiden, helfen wir unseren Kundinnen und Kunden mit Größentabellen, ausführlichen Produktinformationen und Kundenbewertungen bei der Wahl der richtigen Größe.

5.3. Abfallmanagement

2024 fielen in den Räumlichkeiten von Alpa in Jyväskylä insgesamt 2.423 kg Abfall an, was Emissionen von rund 454 kg CO₂e entspricht. Der größte Teil war gemischter Abfall. Der Anteil gemischter Abfälle stieg zwar um fast 20 %, das erklärt sich aber vor allem dadurch, dass die Menge an Kartonabfall um ganze 47 % zurückging. Dies wiederum liegt zum Teil daran, dass wir Kartons intern effizienter wiederverwenden, seit wir unsere Geschäfte in Helsinki und Tampere eröffnet haben. 2023 betrug die Abfallmenge 2.825 kg, die Gesamtabfallmenge ging also um 14,2 % zurück. (Hinweis: Die Zahlen enthalten nicht die Geschäfte in Helsinki und Tampere.)

In unserem eigenen Betrieb wird Abfall in Energieabfall, Karton, Papier, Kunststoff, Bioabfall, Glas und Metall getrennt. 2024 lag die Verwertungsquote der Abfälle aus unseren Räumlichkeiten in Jyväskylä bei 100 %, davon wurden 64 % recycelt und 36 % zur Energiegewinnung genutzt. Leider ist die Recyclingquote gegenüber dem Vorjahr gesunken, unter anderem wegen des Wachstums unseres Betriebs und der dadurch gestiegenen Menge an gemischtem Abfall. Bei der Verbesserung unseres internen Recyclings haben wir noch Arbeit vor uns.

Alpa möchte Produktionsabfälle so gering wie möglich halten, indem die meisten Strickteile in Form gestrickt werden. Fehlerhafte Produkte und Prototypen werden entweder durch Aufribbeln wiederverwendet oder in unsere Räumlichkeiten in Jyväskylä geschickt, wo sie auf das Upcycling warten. Der Materialabfall in der Strickproduktion liegt bei rund 10–15 % und wird, wie die zurückgenommenen Strickteile, in Jyväskylä für das Upcycling gesammelt. Bisher haben wir rund 1.400 kg Garnreste aus der Produktion gesammelt.

Abbildung 1. Zusammensetzung des Abfalls

Räumlichkeiten von Alpa in Jyväskylä, 2024.

6. Klima und Umwelt

6.1. Gesamtemissionen

Der CO₂-Fußabdruck aller Aktivitäten von Alpa betrug 2024 863 t CO₂e.

Das entspricht dem jährlichen CO₂-Fußabdruck von rund 84 Finninnen und Finnen (OpenCO2).

Das Kohlendioxid-Äquivalent (CO₂e) beschreibt die gemeinsame Erwärmungswirkung verschiedener Treibhausgase, ausgedrückt als Masse. Die Emissionen werden in Tonnen (t) angegeben, 1 t = 1.000 kg.

Der CO₂-Fußabdruck eines Unternehmens wird in Scope-1-, Scope-2- und Scope-3-Emissionen unterteilt (siehe Abbildung 2):

• Scope 1: direkte Emissionen des Unternehmens

• Scope 2: Emissionen aus zugekaufter Energie

• Scope 3: sonstige indirekte Emissionen in der Wertschöpfungskette

Die Emissionen wurden mit dem Emissionsrechner der Initiative Carbon Neutral Textile Industry 2035 berechnet, der auf dem weltweit verwendeten Standard GHG Protocol basiert.

Abbildung 2. CO₂-Fußabdruck von Alpa nach Scopes des GHG Protocol

Die Berechnungen umfassen die Emissionen aus dem Betrieb von Alpa in Finnland sowie die Emissionen aus Transport, Produktion, Garnherstellung und Lohnfertigung.

Die Berechnung des CO₂-Fußabdrucks für 2024 ist die sechste in der Geschichte von Alpa, die die Klimawirkung all unserer Aktivitäten erfasst.

Unser Geschäft ist 2024 um 18,9 % gewachsen, und unsere Emissionen im Verhältnis zum Umsatz stiegen gegenüber dem Vorjahr um 11 %. Unser Ziel ist, dass die Emissionen jedes Jahr weniger stark wachsen als der Umsatz.

In die Emissionsberechnung für 2024 wurden erstmals die unten aufgeführten zugekauften Dienstleistungen einbezogen. Sie erhöhten das Ergebnis um ganze 107 t CO₂e.

  • Marketingdienstleistungen
  • Software
  • Rechts- und Beratungsleistungen
  • Buchhaltung und Wirtschaftsprüfung
  • Versicherungen und arbeitsmedizinische Leistungen
  • Schulungsleistungen

Scope 1

2022 hat Alpa eigene Räumlichkeiten in Jyväskylä gebaut, die mit Erdwärme beheizt werden. Da Alpa keine Fahrzeuge besitzt und selbst keine Energie erzeugt, betragen die Scope-1-Emissionen von Alpa 0 kg CO₂e.

Scope 2

2024 lag der Stromverbrauch von Alpa bei 86.150 kWh, der gesamte von uns genutzte Strom stammt jedoch aus erneuerbaren Quellen. Daher liegt der Anteil der Scope-2-Emissionen bei 0 %.

In unseren eigenen Räumlichkeiten nutzt Alpa EKOenergy, 100 % Ökostrom mit Herkunftsnachweisen, zertifiziert vom finnischen Naturschutzbund. Bei seiner Erzeugung entstehen keine CO₂-Emissionen und kein Atommüll.

Scope 3

Alle Emissionen von Alpa fallen unter Scope 3, wie es in der Textilbranche typisch ist. Scope 3 umfasst alle indirekten Emissionen, die durch die Tätigkeit eines Unternehmens entstehen, aber nicht in seinem Besitz oder unter seiner Kontrolle liegen. Dazu gehören zum Beispiel Produktion, Transport, Einkäufe, Verpackungsmaterialien, Abfall, Geschäftsreisen und zugekaufte Dienstleistungen.

2024 betrugen die Scope-3-Emissionen 863 t CO₂e.

Alpa store in Tampere, Finland

6.2. Emissionen aus dem Betrieb von Alpa in Finnland

Die Aufteilung in Scope 1, 2 und 3 zeigt nicht direkt, wo die Emissionen geografisch entstehen. Deshalb betrachten wir die in Finnland und außerhalb Finnlands entstehenden Emissionen getrennt, unabhängig davon, ob sie unseren eigenen Betrieb oder die Produktion betreffen.

Zu den Emissionen aus unserem Betrieb in Finnland gehören zum Beispiel die Emissionen von in Finnland hergestellten Produkten sowie aus der Inlandslogistik, Geschäftsreisen, der Abfallentsorgung, Einkäufen für unsere Räumlichkeiten, zugekauften Dienstleistungen und Lieferungen aus dem Onlineshop. Emissionen aus Verpackungsmaterialien werden der Produktion zugeordnet, auch wenn ein Teil davon in Finnland hergestellt wird. Da wir digitale Dienste in Finnland nutzen, wurden sie in die Berechnung für unseren Betrieb in Finnland einbezogen, auch wenn einige davon ausländische Dienste sind. Der Grund: IT-Dienste nach Ländern aufzuschlüsseln, ist derzeit weder wesentlich noch ein sinnvoller Zeitaufwand.

Abbildung 3. CO₂-Fußabdruck des Betriebs von Alpa in Finnland

2024 beliefen sich die Emissionen aus dem Betrieb von Alpa in Finnland auf rund 184 t CO₂e. 2023 lag der entsprechende Wert bei 52 t CO₂e, die Emissionen sind also gegenüber dem Vorjahr deutlich gestiegen.

Gründe für den Anstieg waren vor allem:

  • die Einbeziehung zugekaufter digitaler Dienstleistungen in die Berechnung
  • die Eröffnung unseres Geschäfts in Tampere 2024
  • Einkäufe für unsere Räumlichkeiten und zugekaufte Elektronik

6.3. Emissionen der Produktion

2024 betrug der CO₂-Fußabdruck der Produktion von Alpa schätzungsweise 709 t CO₂e.

2023 waren es 575 t CO₂e, die Emissionen der Produktion lagen also 23,4 % über dem Vorjahr.

Die Emissionen der Produktion umfassen unter anderem:

  • Garne und Accessoires
  • Knöpfe und andere Komponenten
  • Verpackungsmaterialien
  • Pflegeprodukte für Strickwaren

Der Anstieg der Emissionen ist vor allem darauf zurückzuführen, dass wir 2024 wieder mehr Garn gekauft haben. Gleichzeitig ist die Strickproduktion gewachsen, was die Emissionen jedoch nicht erhöht hat, da unsere Strickproduktion zu 100 % mit erneuerbarer Energie läuft.

Auf Garnlieferungen entfiel 2024 allerdings weniger als ein Prozent, da die größten Lieferungen nicht in den Berichtszeitraum fielen.

Abbildung 4. CO₂-Fußabdruck der Produktion von Alpa

Andere Bereiche fallen kaum ins Gewicht:

  • Die Schalproduktion hatte mit 3 % den zweitgrößten Anteil an den Emissionen der Produktion
  • Die Produktion von Mützen und Handschuhen läuft zu 100 % mit erneuerbarer Energie
  • Komponenten und Pflegeprodukte machen weniger als 1 % der Emissionen aus

Der Wasserfußabdruck von Alpakagarn

Für die Herstellung von Alpakagarn wird Wasser benötigt, vor allem beim Färben. Der Wasserfußabdruck des Garns, das Alpa 2024 gekauft hat, lag schätzungsweise bei 533.276 Litern, ganze 70 % mehr als 2023. Der Anstieg ist vor allem auf die größere bestellte Garnmenge zurückzuführen.

Für das Garn eines Strickteils werden durchschnittlich benötigt:

  • 13,3 Liter Wasser (gefärbtes Strickteil)
  • 10,5 Liter Wasser (ungefärbtes Strickteil)

(Michell)

Die Berechnung umfasst nur das Wasser für die Garnherstellung, da keine Daten zum Trinkwasser der Alpakas im Verhältnis zur Produktion vorliegen. Sein Einfluss wird insgesamt jedoch als relativ gering eingeschätzt. Die Zahlen zum Wasserverbrauch in der Garnherstellung stammen direkt von unserem Garnlieferanten.

Zum Vergleich:

  • Für die Herstellung eines T-Shirts werden rund 2.700 Liter Wasser benötigt
  • Für die Herstellung einer Jeans werden im ungünstigsten Fall bis zu 10.000 Liter Wasser benötigt

(VTT, 2024)

Der Wasserfußabdruck eines Strickteils aus Alpakawolle ist also deutlich kleiner als der vieler gängiger Kleidungsstücke.

6.4. Emissionen aus dem Transport

CO₂-Fußabdruck der Ausgangsfracht

2024 beliefen sich die Emissionen der Ausgangsfracht auf insgesamt 10 t CO₂e.

Die Ausgangsfracht umfasst alle Lieferungen aus dem Onlineshop an Kundinnen und Kunden. 95 % der Sendungen gingen auf der Straße und 5 % per Luftfracht. Die Aufteilung nach Emissionen zeigt Abbildung 5. 2023 lagen die Emissionen der Ausgangsfracht bei 14 t CO₂e, sie sind also um ganze 27 % gesunken, vor allem weil unsere Logistikpartner auf emissionsärmere Transportlösungen umgestellt haben. Insbesondere die Transportemissionen von Posti sind im Verhältnis zur Zahl der versendeten Pakete gesunken.

Obwohl einige unserer Logistikpartner ihre Emissionen kompensieren, wurden alle Emissionen in die Berechnung einbezogen. Kompensation beseitigt die entstandenen Emissionen nicht, sie gleicht sie nur an anderer Stelle aus.

  • Die meisten Logistikunternehmen gehen von der Kompensation zu einer zu 100 % fossilfreien Logistik über
  • Ziel ist es, fossile Kraftstoffe zum Beispiel durch elektrische und biobasierte Transportlösungen zu ersetzen
Abbildung 5. Emissionen der Ausgangsfracht nach Verkehrsträger (ohne Eingangsfracht)

CO₂-Fußabdruck der Eingangsfracht

2024 beliefen sich die Emissionen der Eingangsfracht auf insgesamt 4 t CO₂e, deutlich weniger als im Vorjahr. Das liegt vor allem daran, dass die größten Garnlieferungen nicht in den Berichtszeitraum fielen.

Diese Zahlen enthalten keine Lieferungen aus dem Onlineshop an Kundinnen und Kunden.

Die wichtigste Erkenntnis ist der große Einfluss der Luftfracht auf die Emissionen. Obwohl weniger als 1 % der Sendungen per Luftfracht erfolgten, entfielen auf die Luftfracht 4 % der Gesamtemissionen. Der Anteil der Luftfracht an den Emissionen lag um ganze 95 % unter dem Vorjahr.

Gründe für den Rückgang der Emissionen:

  • größere Garnbestellungen 2023 und daher kleinere 2024
  • die Umstellung unserer Logistikpartner auf emissionsärmere Transportlösungen

Die Transportkette gliedert sich wie folgt:

  • Luftfracht: Garn- und Schallieferungen von Peru nach Finnland
  • Seefracht: Garn- und Strickwarenlieferungen zwischen Lima und Helsinki
  • Straßentransport: Garne zur Produktion nach Litauen und fertige Strickwaren von Litauen nach Finnland

Die Reduzierung der Luftfracht bleibt ein zentraler Verbesserungsbereich, da ihr Einfluss auf die Gesamtemissionen erheblich ist.

Abbildung 6. Emissionen der Eingangsfracht nach Verkehrsträger (ohne Ausgangsfracht)
Couple wearing alpaca knitwear in navy and green

7. Verantwortung

7.1 Soziale Verantwortung

Armut ist weltweit eine große Herausforderung, und Alpa möchte innerhalb der eigenen Wertschöpfungskette etwas bewirken. Wir sind in Ländern tätig, in denen Armut verbreitet ist. Deshalb ist es uns wichtig, bei der Wahl unserer Partner faire Löhne für die Beschäftigten sicherzustellen.

Was wir konkret tun:

  • Langfristige Zusammenarbeit: Durch nachhaltiges Wirtschaften können wir langfristig auch in ärmeren Ländern Menschen beschäftigen und dazu beitragen, ihre Lebensgrundlage zu sichern.
  • Überwachung des Lohnniveaus: Wir lassen uns von unserem Garnlieferanten in Peru regelmäßig über die Löhne der Beschäftigten informieren und stellen sicher, dass sie mindestens dem gesetzlichen Mindestlohn des Landes entsprechen.

Sämtliche Betriebe und Garne unseres wichtigsten Partners Michell sind nach Fair Trade Peru zertifiziert, vergeben von PROMPERÚ.

Grundsätze der Zertifizierung Fair Trade Peru Good Practices

  • Unterstützung wirtschaftlich benachteiligter Erzeuger und anderer Beteiligter
  • Transparenz und Rechenschaftspflicht
  • Einhaltung fairer Handelspraktiken
  • Entwicklung von Fähigkeiten und Kompetenzen
  • Förderung des fairen Handels
  • Gewährleistung guter Arbeitsbedingungen
  • Faire Bezahlung
  • Verhinderung von Kinderarbeit
  • Nichtdiskriminierung, Gleichstellung der Geschlechter, wirtschaftliche Stärkung von Frauen und Achtung der Vereinigungsfreiheit
  • Respekt vor der Umwelt

Der peruanische Standard für gute Praktiken im fairen Handel (BPCJ) gliedert sich in zehn Kriterien mit zugehörigen Indikatoren, die das soziale und ökologische Management von Organisationen genau bewerten sollen. Diese Kriterien und Indikatoren sind aus den Systemen von FLO und WFTO abgeleitet und stehen im Einklang mit internationalen Normen wie ISO. Ihr Ziel ist es, die Lebensbedingungen und das Wohlergehen benachteiligter Erzeuger zu verbessern, ihnen die Einbindung und Sichtbarkeit über Fair-Trade-Netzwerke zu erleichtern und mehr Gerechtigkeit im Welthandel zu fördern.

Two women wearing Flow alpaca tops in red and green

Der Verhaltenskodex von Alpa

Alpa arbeitet eng mit seinen Garnlieferanten und Partnern zusammen, um eine verantwortungsvolle Lieferkette sicherzustellen. Bevor die Zusammenarbeit beginnt, muss jede Fabrik den Verhaltenskodex von Alpa unterzeichnen.

Der Lieferanten-Verhaltenskodex von Alpa legt die Mindestanforderungen für die gesamte Lieferkette fest. Er basiert auf internationalen Nachhaltigkeitsprinzipien und umfasst Umweltverantwortung, Arbeits- und Menschenrechte sowie ethisches Wirtschaften.

Der Lieferanten-Verhaltenskodex von Alpa verpflichtet Lieferanten:

  • Gesetze und geltende Vorschriften einzuhalten
  • ethisch, transparent und verantwortungsvoll zu wirtschaften
  • Rohstoffe verantwortungsvoll zu beschaffen und die Rückverfolgbarkeit der Lieferkette sicherzustellen
  • Umweltauswirkungen zu verringern und verantwortungsvoll mit Chemikalien, Wasser und Abfall umzugehen
  • das Tierwohl zu achten
  • die Rechte der Beschäftigten zu achten, Diskriminierung zu vermeiden sowie Kinder- und Zwangsarbeit zu verbieten
  • sichere und gesunde Arbeitsbedingungen sowie faire Löhne und Arbeitszeiten zu bieten
  • bei Audits mitzuwirken und Verstöße offen zu melden.

Unser wichtigster Partner und Garnlieferant Michell hat den Verhaltenskodex von Alpa unterzeichnet und sich verpflichtet, die Vorschriften des peruanischen Arbeitsministeriums einzuhalten. Das Unternehmen hält die Löhne aktuell und bietet seinen Beschäftigten sichere Arbeitsbedingungen sowie die Möglichkeit, anonym Rückmeldung zu ihrer Arbeit und ihren Arbeitsbedingungen zu geben, die bei Bedarf wöchentlich ausgewertet wird. Der zuletzt vom peruanischen Ministerium 2025 festgelegte Mindestlohn lag bei 1.130 Soles im Monat, rund 291 € (wageindicator.org), doch ein existenzsichernder Lohn schwankt je nach Region stark. Alpakawollerzeuger im ländlichen Peru arbeiten oft informell, sodass nicht alle zwangsläufig den gesetzlich vorgeschriebenen Lohn erhalten.

Michell gibt an, dass Alpakascherer und Beschäftigte in der Weberei über dem Mindestlohn bezahlt werden und Schererhelfer den gesetzlichen Mindestlohn erhalten. Außerdem erhalten die Beschäftigten Zusatzleistungen wie Familienzulage, Schulbonus, ein Weihnachtspaket und die Möglichkeit eines Darlehens.

Kundinnen und Kunden

Alpa setzt auf persönlichen, hochwertigen Kundenservice: Jede Kundin und jeder Kunde ist uns wichtig. Wir stehen in ständigem Austausch mit unseren Kundinnen und Kunden, in unseren Geschäften, per E-Mail und in den sozialen Medien auf Instagram und Facebook.

Wir sammeln regelmäßig Kundenfeedback, unter anderem über die Bewertungs- und Feedbackfunktionen auf unserer Website. Kundenwünsche fließen in die Gestaltung unserer Strickwaren ein, und wir versuchen, sie so gut wie möglich zu berücksichtigen.

Alpa informiert seine Kundinnen und Kunden außerdem über die Umweltauswirkungen der Bekleidungsbranche und Möglichkeiten, sie zu verringern, und kommuniziert offen und transparent über die eigene Tätigkeit. Große Rabattaktionen gibt es bei uns grundsätzlich nicht, denn unsere Produkte sind zeitlos und halten lange. Stattdessen helfen wir unseren Kundinnen und Kunden, die Lebensdauer ihrer Kleidung zu verlängern, zum Beispiel durch richtige Pflege und Reparaturen.

Alpa headquarters and store in Jyväskylä, Finland, in winter

Unser Team

2024 hatte Alpa 45 Beschäftigte in Finnland, davon 31 Frauen und 14 Männer. Das Durchschnittsalter lag bei 30 Jahren. 55 % arbeiteten in Vollzeit und 45 % in Teilzeit. 15 % hatten befristete Verträge.

Die meisten unserer Mitarbeitenden arbeiten in unseren Räumlichkeiten in Jyväskylä, die hell, geräumig und ruhig sind und so das Wohlbefinden am Arbeitsplatz fördern. Das Team von Alpa, unsere Crew, teilt gemeinsame Werte rund um Nachhaltigkeit, und unsere Arbeitsgemeinschaft fördert Zusammenarbeit und Zusammenhalt.

Alpa bietet die Möglichkeit zu hybridem Arbeiten, außer in Verkauf und Lager. Für die Beschäftigten werden vor Ort Freizeit- und Wohlfühlaktivitäten organisiert, die arbeitsmedizinische Versorgung übernimmt Heltti.

Seit 2024 bietet Alpa seinen Beschäftigten Smartum-Mitarbeiterbenefits an.

Man wearing a khaki alpaca T-shirt

7.2. Wirtschaftliche Verantwortung

Die wirtschaftliche Tätigkeit von Alpa beruht auf Verantwortung, Transparenz und Langfristigkeit:

  • Konstante Preise: Wir veranstalten keine großen Rabattaktionen, sodass der Preis das ganze Jahr über den Wert des Produkts widerspiegelt.
  • Langfristige Partner: Wir wählen zuverlässige und verantwortungsvolle Partner statt des günstigsten Lieferanten und bauen dauerhafte Beziehungen zu unseren Fabriken und unserem Garnlieferanten auf.
  • Produkte, die ihren Wert behalten: Pflegetipps, Reparaturen und Wiederverkauf sorgen dafür, dass Alpa-Strickteile über Jahre getragen werden und ihren Wert behalten.
  • Qualität vor Quantität: Wir produzieren in kleinen Serien und füllen den Bestand nach Bedarf auf, um Überproduktion zu vermeiden.
  • Unparteilichkeit: Alpa beteiligt sich nicht an religiösen, weltanschaulichen oder politischen Aktivitäten.
  • Kooperationen und Influencer: Alle Kampagnen, zum Beispiel mit Social-Media-Influencern, werden klar gekennzeichnet; wir handeln ungebunden und unparteiisch.

Kennzahlen

  • Geschäftsjahr: endet am 31. März; die Zahlen umfassen den Zeitraum 1. April 2024 – 31. März 2025.
  • Umsatz: 3,6 Mio. € (+18,9 % gegenüber dem Vorjahr)
  • Betriebsergebnis: 290.000 €
  • Löhne und Gehälter: 818.000 €

7.3. Risikomanagement

Klimabezogene Risiken in der Lieferkette

Der wichtigste Rohstoff von Alpa, Alpakawolle, wird in den peruanischen Anden erzeugt, einer der Bergregionen der Welt, die am stärksten von den Folgen des Klimawandels betroffen sind. Die Erderwärmung hat den Zeitpunkt der Niederschläge verändert und zu mehr Dürre sowie stärkeren Frösten und Wetterschwankungen geführt. Das erschwert die Alpakahaltung und verringert die Ertragsfähigkeit der Weideflächen.

Die Gletscher der Anden sind in den letzten Jahrzehnten rasch zurückgegangen. Schmelzende Gletscher verringern die Wasserversorgung der Bergwiesen und Feuchtgebiete, vor allem in der Trockenzeit. Diese Feuchtgebiete sind wichtige Weideflächen für Alpakas, und ihre Verschlechterung könnte langfristig sowohl das Wohlergehen der Alpakaherden als auch die Wollproduktion beeinträchtigen.

Die Folgen des Klimawandels treffen auch die lokalen Gemeinschaften, deren Lebensgrundlage von der Alpakahaltung abhängt. Dürre, Wasserknappheit und die Verschlechterung der Weideflächen können die Lebensfähigkeit ländlicher Regionen schwächen und die Abwanderung aus den Anden verstärken. Die Alpakahaltung bleibt dennoch ein wichtiger Teil der Kultur, der Biodiversität und der lokalen Wirtschaft der Region.

Langfristig kann sich der Klimawandel auf die Verfügbarkeit von Alpakawolle, die Produktionskosten und die Stabilität der Lieferkette auswirken.

Auch wenn Alpakas inzwischen auch anderswo auf der Welt gehalten werden, konzentriert sich der Großteil der weltweiten Alpakawollproduktion nach wie vor auf Peru. Veränderungen des Klimas in der Region sind daher als erhebliches langfristiges Risiko für unsere Lieferkette zu betrachten.

Wir beobachten die Lage im Rahmen unserer Nachhaltigkeitsarbeit in der Lieferkette und sehen langfristige Partnerschaften als wichtigen Weg, die Widerstandsfähigkeit unserer Lieferkette zu stärken.

Transportemissionen bei der Rohstoffbeschaffung

Die Beschaffung von Rohstoffen wie Wolle von außerhalb der EU birgt auch ein Umweltrisiko, vor allem durch Transportemissionen. Lange Lieferketten, zum Beispiel aus Südamerika, vergrößern den CO₂-Fußabdruck der Logistik und die Abhängigkeit vom internationalen Transport. Das zeigt, wie wichtig es ist, Transportemissionen zu senken, etwa durch optimierte Lieferketten, die Nutzung der Effizienz der Seefracht und eine Planung der Materialbeschaffung, mit der sich die gesamten Transportemissionen verringern lassen, ohne Abstriche bei Qualität oder Verfügbarkeit der Rohstoffe.

Herausforderungen und Chancen der Produktion in Europa

Herausforderungen

Die Strickproduktion in Litauen und in Europa insgesamt steht unter erheblichem globalem Wettbewerbsdruck, vor allem wegen der niedrigeren Produktionskosten asiatischer Hersteller. Das ist eine strukturelle Herausforderung für die Produktion in Europa, besonders in preissensiblen Produktkategorien, in denen die Produktion leicht in kostengünstigere Länder abwandert. Die Wettbewerbsfähigkeit hängt außerdem von Energie- und Arbeitskosten sowie vom strengeren regulatorischen Umfeld in der EU ab, das die Produktionskosten erhöht, aber auch die Anforderungen an Transparenz und Nachhaltigkeit steigert.

Vorteile

Aus Sicht des Risikomanagements beruht die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Strickproduktion zunehmend auf Qualität, Flexibilität und Transparenz in der Lieferkette statt auf dem Preis. Kurze Lieferzeiten, kleine und flexible Produktionsserien und hohe Nachhaltigkeitsstandards sind wichtige Wettbewerbsvorteile gegenüber globalen Anbietern. Gleichzeitig unterstützen Politik und Regulierung auf EU-Ebene den Erhalt der lokalen Produktion, indem sie Versorgungssicherheit, Rückverfolgbarkeit und nachhaltige Wertschöpfungsketten in den Vordergrund stellen. Das stärkt langfristig die strategische Position der Produktion in Europa.

Woman wearing the graphite Swan alpaca cardigan by the sea

7.4. Ziele

Das langfristige Kernziel von Alpa ist es, Verbraucherinnen und Verbrauchern eine verantwortungsvollere Wahl bei Kleidung zu bieten und so zur Senkung der Emissionen der Bekleidungsbranche beizutragen.

Ganzheitlich verantwortungsvolles Wirtschaften ist zudem der beste Weg, um Risiken in Lieferkette und Klima zu steuern und unseren Teil so gut wie möglich beizutragen, und es ermutigt auch unsere Stakeholder zu verantwortungsvollem Handeln.

Auch die Senkung der Emissionen im Verhältnis zum Wachstum unseres Geschäfts ist eines der zentralen Ziele von Alpa. 2019 haben wir uns das Ziel gesetzt, in unserem eigenen Betrieb (Scope 1 und 2) bis 2025 klimaneutral zu werden.

Dieses Ziel haben wir bereits Ende 2022 erreicht, als wir in neue Räumlichkeiten umgezogen sind und auf Erdwärme und 100 % zertifizierten Ökostrom umgestellt haben. Auch die Energie für unsere Geschäfte in Helsinki und Tampere ist CO₂-frei.

Der größte Teil der Klimawirkung von Alpa entsteht jedoch durch indirekte Scope-3-Emissionen, etwa in Produktion und Logistik.

Die jährliche Berechnung unseres CO₂-Fußabdrucks ist ein zentrales Instrument für das Emissionsmanagement. Sie hilft uns, die wichtigsten Emissionsquellen zu erkennen und unsere Maßnahmen dort zu bündeln, wo sie am meisten bewirken.

Langfristig ist unser wichtigstes Ziel, Emissionen tatsächlich zu senken. Da unser Betrieb wächst und die Kosten steigen, ist Kompensation keine nachhaltige Lösung. Deshalb konzentrieren wir uns in erster Linie darauf, Emissionen dort zu senken, wo sie entstehen.

Was wir konkret tun:
  • Emissionen durch konkrete Maßnahmen senken, etwa durch emissionsärmere Transporte, weniger Abfall und effizienteres Recycling.
  • Die gemeinsame Klimaverpflichtung der Textilbranche: Auch wenn Alpa sein Klimaziel für den eigenen Betrieb (Scope 1 & 2) seit 2022 erreicht hat, ist die Arbeit an der Klimaneutralität auch in Scope 3 wichtig, wo sämtliche Emissionen unseres Unternehmens indirekt entstehen.
  • Jährliche Berechnung des CO₂-Fußabdrucks: Wir berechnen unsere Emissionen mit dem für die Textilbranche entwickelten CO₂-Rechner, den wir im Rahmen der Verpflichtung des finnischen Textil- und Modeverbands (STJM) erhalten haben.
  • Recycling von Restmaterial: Wir sammeln sämtliche Strickreste aus der Produktion sowie die zurückgenommenen Strickteile unserer Kundinnen und Kunden und möchten dieses wertvolle Material im Upcycling neu nutzen.
  • Pflege-, Reparatur- und Kreislaufservices: Wir investieren in Pflege, Reparierbarkeit und Wiederverkauf unserer Produkte, damit sie so lange wie möglich getragen werden.

Danke, dass du unseren Nachhaltigkeitsbericht gelesen hast.

Quellen

Yleistä kamelideista [Allgemeines über Kameliden]. (o. J.). Suomen alpakka- ja laamayhdistys ry. https://www.alpaca.fi/tietoa-elaimista/yleista-kamelideista/

The History of the Alpaca. (o. J.). Abgerufen am 9. Juli 2026 von https://www.michell.com.pe/en/alpaca

Dittmann, M. T., Runge, U., Lang, R. A., Moser, D., Galeffi, C., Kreuzer, M., & Clauss, M. (2014). Methane emission by camelids. PloS one, 9(4), e94363. https://doi.org/10.1371/journal.pone.0094363

Hiilineutraali tekstiiliala 2035 -sitoumus [Initiative Carbon Neutral Textile Industry 2035]. (o. J.). Suomen Tekstiili & Muoti. https://www.stjm.fi/palvelut-ja-tietoa-yrityksille/hiilineutraali-tekstiiliala-2035-sitoumus/

amfori. (o. J.). Amfori ESG Risk Compass. Amfori; amfori. https://www.amfori.org/en/solutions/governance/amfori-sustainapass/amfori-esg-risk-compass

Fast fashion: EU laws for sustainable textile consumption. (2020, 29. Dezember). Topics | European Parliament. https://www.europarl.europa.eu/topics/en/article/20201208STO93327/fast-fashion-eu-laws-for-sustainable-textile-consumption

Minimum wage—Peru. (o. J.). https://wageindicator.org/work/minimum-wage/countries/peru/

Miksi yritykset valmistuttavat tuotteita eri maissa? [Warum lassen Unternehmen Produkte in verschiedenen Ländern herstellen?] (o. J.). Suomen Tekstiili & Muoti. https://www.stjm.fi/tekstiili-ja-muotiala-suomessa/tiesitko-taman-tekstiili-ja-muotialasta/miksi-yritykset-valmistuttavat-tuotteita-eri-maissa/

The high-altitude quest to save alpacas. (2022, 19. Januar). Environment. https://www.nationalgeographic.com/environment/article/the-high-altitude-hunt-for-a-way-to-save-alpacas

Quellen zum Faservergleich:

Materials Dashboard. (o. J.). Textile Exchange. https://textileexchange.org/materials-dashboard/

Australian Wool Innovation. (o. J.). Abgerufen am 9. Juli 2026 von https://www.wool.com/

www.fibre2fashion.com. (o. J.). Global Raw Material Prices—Current & Historical Trends—TexPro. Abgerufen am 9. Juli 2026 von https://www.fibre2fashion.com/market-intelligence/texpro-textile-and-apparel/raw-material-prices

Wool & Acrylic Fiber Market Prices – EmergingTextiles.com. (o. J.). Abgerufen am 9. Juli 2026 von https://www.emergingtextiles.com/fiber-market-prices/wool-acrylic-fiber-market-prices/

Textile Worker Salaries by Country | Salary Calculator by Country—ERI SalaryExpert. Economic Research Institute. (o. J.). https://www.salaryexpert.com/salary/browse/countries/textile-worker

Quellen zur Berechnung des CO₂-Fußabdrucks:

Hae päästökertoimia [Emissionsfaktoren suchen]—OpenCO2.net. (o. J.) https://www.openco2.net/fi/hae-paastokertoimia?sortBy=updatedYear&sortOrder=desc&page=1

OpenCO2net. (2021, 12. Oktober). Tekstiilialan hiilijalanjälkilaskuri yrityksille [CO₂-Rechner für Textilunternehmen]. OpenCO2net. https://www.openco2.net/fi/asiakastarina/tekstiilialan-yrityksille-uusi-hiilijalanjalkilask/

Homepage | GHG Protocol. (o. J.). https://ghgprotocol.org/

Die Daten zu den Frachtemissionen erhalten wir direkt von den Transportunternehmen.